Jubiläumsschützenfeste und Jubelkönigspaare

Die Höhepunkte in der Geschichte des Schützenvereins Berleburg waren insbesondere die Jubiläumsschützenfeste. Gebührenden Anlass zum Feiern boten alle "echten" Jubiläen des Vereins und die 700-Jahr-Feier der Stadt Berleburg. Kennzeichnend für diese Jubelfeste war die Einladung aller ehemaligen Schützenkönige und Schützenköniginnen, die um den Titel des Jubelkönigs und der Jubelkönigin wetteiferten, sowie die Teilnahme befreundeter Vereine.

Zum 50. Geburtstag des Vereins wurden in der Schützenfestzeitung von 1888 u.a. folgende Bedingungen für das Jubelkönigspaar vorgegeben: "Die Schießordnung ergibt sich aus den Jahreszahlen des Königsthums. Der Jubelkönig erwählt aus der Zahl der gewesenen und gegenwärtigen Königinnen eine Jubelkönigin, es sind also namentlich auch diejenigen ehemaligen Königinnen wählbar, welche sich inmittelst verheiratet haben. Sobald der Jubelkönigsschuß gefallen ist, wird dieses durch das Abfeuern von Böllerschüssen angezeigt. Der Jubelkönig geht im Zuge zur linken Hand des Königs pro 1888. Das Jubelkönigspaar erhält die gleichen Honneurs wie das ordentliche Königspaar. Der Jubelkönig erhält ein silbernes Kreuz, die Jubelkönigin eine goldene Brosche."

Erster Jubelkönig wurde beim 25-jährigen Bestehen des Vereins im Jahre 1863 der Schützenkönig von 1861 Wilhelm Bätzel, der seine Königin Olga Jost zur Jubelschützenkönigin nahm. Als Gäste hatten die Berleburger Schützen die Schützengesellschaft Oberkirchen, den Laaspher Schützenverein und den Schützenverein Kronprinzeneiche Dahlbruch eingeladen. Diese Gäste besuchten dann die Feste jährlich bis etwa 1910.

In 1888 wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert. Jubelkönig wurde Carl Wurmbach, der König von 1884. Zur Jubelkönigin wählte er seine Schützenkönigin Ottilie Barth. Für Musik und Tanz sorgte die Schmallenberger Kapelle.

Die Zeitung berichtete: "In unserer Stadt ist wohl noch nie ein so schönes, in jeder Beziehung befriedigendes Fest gefeiert worden als das Jubelfest unseres Schützenvereins."

Jubiläumsschützenfest 1863

Erster Jubelkönig wurde beim 25-jährigen Bestehen des Vereins im Jahre 1863 der Schützenkönig von 1861 Wilhelm Bätzel, der seine Königin Olga Jost zur Jubelschützenkönigin nahm. Als Gäste hatten die Berleburger Schützen die Schützengesellschaft Oberkirchen, den Laaspher Schützenverein und den Schützenverein Kronprinzeneiche Dahlbruch eingeladen. Diese Gäste besuchten dann die Feste jährlich bis etwa 1910. 

Jubiläumsschützenfest 1888

In 1888 wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert. Jubelkönig wurde Carl Wurmbach, der König von 1884. Zur Jubelkönigin wählte er seine Schützenkönigin Ottilie Barth. Für Musik und Tanz sorgte die Schmallenberger Kapelle. 

Jubiläumsschützenfest 1913
Jubelkönig 1913: Wilhelm Winckel Jubelkönigin: Luise Rompel geb. Harth Majestäten und ehemalige Majestäten

Das Jubiläumsschützenfest 1913 aus Anlass des 75-jährigen Bestehens fand unter den gleichen Vorgaben wie 1888 statt. Dies verkündete wieder die Schützenfest-Zeitung. Als Jubelkönig wurde der amtierende Schützenhauptmann und Schützenkönig des Jahres 1908 Wilhelm Winckel gefeiert, dem die Schützenkönigin von 1894, Luise Rompel, geb. Harth, als Jubelkönigin zur Seite stand.

Die Regimentskapelle des 116. Regiments Kaiser Wilhelms spielte am Festsonntag sogar in Paradeuniform. Zu Gast war der Laaspher Schützenverein. Und die Presse schrieb: "Es war ein schönes Fest, das steht fest, und man kann nur sagen, es ist ausgeklungen in harmonischer Stimmung zur Zufriedenheit aller Teilnehmer. Die Ausschmückung der Stadt war großartig. Ein kleiner Tannenwald hat sein Bestehen opfern müssen. Man zählte 76 Ehrenpforten."

Jubiläumsschützenfest 1938
Majestäten und ehemalige Majestäten 1938
Jubelkönigspaar 1938: Walter Haasch u. Mariechen Haasch geb. Schneider

Das 100-jährige Bestehen im Jahr 1938 wurde unter den gegebenen politischen Verhältnissen als ein groß angelegtes Jubiläumsschützenfest gefeiert. Die Vorgaben waren nahezu unverändert im Vergleich zu den bisherigen Jubelfesten. Auch diesmal erschien die damals obligatorische Schützenfestzeitung.  Jubelkönig war Walter Haasch, der König aus dem Jahr 1923. An seiner Seite feierte als Jubelkönigin Mariechen Haasch geb. Schneider, seine Schützenkönigin und spätere Ehefrau.

Folgende Schützenvereine waren bei dem Fest mit von der Partie: Oberkirchen, Laasphe, Erndtebrück, Berghausen, Girkhausen, Müsse-Aue, Langewiese, Neuastenberg, Wemlighausen, Wingeshausen und Wunderthausen. Es musizierten die Spielmannszüge des Turnvereins und der Schützengesellschaft Oberkirchen sowie die Musikkapelle Berleburg. 

Die Presse schrieb: "Dank wochenlanger Vorbereitungen nahm das Berleburger Schützenfest einen Verlauf, der sich würdig den in den vergangenen hundert Jahren gefeierten Festen des Vereins anschließt. Achtung und Wertschätzung, deren sich der Verein erfreut, fanden ihren Niederschlag in der Anteilnahme, mit der die Jubelfeier begangen wurde." 

Majestäten und ehemalige Majestäten 1958
Jubelkönig 1958: Fritz Becker-Leymanns Jubelkönigin: Else Lauber geb. Leser
700-Jahr-Feier der Stad Berleburg und 120. Geburtstag

1958 feierte die Stadt Berleburg ein einzigartiges Jubiläum: 700 Jahre Verleihung der Stadtrechte. Zehn Tage lang, vom 29. August bis zum 10. September, beherrschte dieser Anlass die Stadt und ihre Menschen. Jede Veranstaltung war ein Erfolg für sich. Alle Vereine konnten sich selbst darstellen. Herausragend waren der historische Festzug mit mehr als 50 000 Zuschauern sowie der Märchenzug zum Ausklang mit nochmals 20 000 Zuschauern. Ein Höhenfeuerwerk beschloss dieses Jubiläum, das allen, die dabei gewesen sind, in der Erinnerung unvergessen bleiben wird. Da der Schützenverein - anders als die Gesangvereine, der Turnverein und der Sportverein sich nur im historischen Festzug in die Festwoche einbringen konnte - gestaltete er im 120. Jahr seines Bestehens das Schützenfest 1958 drei Tage lang als Jubiläumsschützenfest. Den Auftakt bildete wie gewohnt die Verabschiedung des Königspaares, dann fand auf dem Schlosshof der Große Zapfenstreich statt, den Schluss des ersten Tages bildete das Konzert im Parkhotel. Jubelkönig wurde der Schützenkönig von 1952 Fritz Becker-Leymanns, der sich Else Lauber, geb. Leser, die Schützenkönigin von 1939, zur Jubelkönigin erkor. Die Gastvereine kamen diesmal aus Oberkirchen, Berghausen, Elsoff, Schwarzenau und Wemlighausen. Den musikalischen Part übernahmen die Hachenburger Kapelle und der Spielmannszug des Turnvereins. Die Presse resümierte: "Frohe Stimmung auf allen Plätzen. Für viele auswärtige Berleburger gab es ein frohes Wiedersehen. Der Durst war groß und schön. Ein alter Verein zeigte wieder einmal seine Klasse."                              

Majestäten und ehemalige Majestäten 1963
Jubelkönig 1963: Walter Haasch Jubelkönigin: Mariechen Sauer geb. Otto
Jubiläumsschützenfest 1963

 Auch 1963 wurde das Jubiläumsschützenfest drei Tage lang gefeiert. Erstmals wurde anstelle der Schützenfest-Zeitung ein Festbuch aufgelegt, das die wechselvolle Geschichte des Vereins erzählt. Das 125-jährige Bestehen wurde mit der Verabschiedung des Königspaares, dem Großen Zapfenstreich auf dem Schlosshof und einem Kommers im Kurhaus eingeleitet. Außerdem trugen die 1960 gegründeten Schützenkompanien durch die Uniformierung ihrer Mitglieder zur Bereicherung der Festzüge bei. Walter Haasch, der bereits 1938 Jubelkönig wurde, errang erneut diese Würde. Jubelkönigin wurde Mariechen Sauer, geb. Otto, die Schützenkönigin von 1924. 

 

Folgende Vereine feierten mit: Oberkirchen, Biedenkopf, Hilchenbach, Kaan-Marienborn, Kreuztal, Löhlbach, Plettenberg, Schmallenberg, Siegen, Laasphe, Erndtebrück, Berghausen, Birkelbach, Elsoff, Girkhausen, Hemschlar, Langewiese, Müsse, Neuastenberg, Schüllar-Wemlighausen, Wingeshausen und Wunderthausen. Musikalisch gestaltet wurde das Fest durch das Tambourcorps des Turnvereins und die Marburger Jäger-Kapelle, die Tambourcorps aus Oberkirchen und Siegen sowie die Knabenkapelle Eslohe und den Fanfarenzug Plettenberg. Die Presse befand: "Die festlichen Jubeltage der Schützen im Geiste der 700-Jahr-Feier der Stadt. Glanzvoller Festzug am Sonntag vor Tausenden. Jahrelang hat man in Berleburg von der glanzvollen 700-Jahr-Feier geschwärmt. Jetzt, wo dieses große Jubelfest vorüber ist, darf man wohl feststellen: Dieses Schützenfest 1963 war wie eine kleine 700-Jahr-Feier. Die Stimmung und der Bürgergeist waren so, wie sie immer sein sollten".

Jubiläumsschützenfest 1988
Jubelkönig 1988: Gerd Kraemer Jubelkönigin: Christa Dickel (geb. Weber)

Im Jahr 1988 feierten die Berleburger ein Jubiläumsschützenfest zum 150-jährigen Bestehen ihres Vereins: Für die offiziellen Programmpunkte waren diesmal fünf aufeinander folgende Tage vorgesehen. Nicht zu vergessen: die vorangegangene Eröffnung einer Ausstellung im Berleburger Heimathaus und ein festliches Blas-Konzert im Bürgerhaus beides am Vereinsgründungstag, eine Schießsportwoche und die Vorstellung des Festbuches "150 Jahre Schützenverein Berleburg 1838 e.V. - Der Verein und die Stadt -"

Der Festablauf: 

Donnerstag: Festlicher Auftakt Festkommers im Kurhaus, Sternmarsch der Formationen zum Goetheplatz; Großer Zapfenstreich um Mitternacht auf dem Schlosshof, anschließend Mitternachtsfest auf dem Goetheplatz 

Freitag: Tag der Schützenmajestäten Empfang für alle Schützenkönige und Schützenköniginnen Verabschiedung des amtierenden Schützenkönigspaares Heimatabend mit den Berleburger Vereinen im Bürgerhaus

Samstag: Traditionstag Preis- und Vogelschießen auf dem Schützenplatz

Sonntag: Tag der Gastvereine Konzert auf dem Schlosshof, großer Jubiläumsfestzug mit dem Motto "Schützenverein - der Querschnitt der Bürgerschaft" Montag: Berleburger Heimattag Ausklang auf dem Schützenplatz 

Jubelkönig wurde der Schützenkönig aus dem Jahr 1981 Gerd Kraemer (Schloßschmed), seine Jubelkönigin war Christa Dickel, geb. Weber, die Schützenkönigin von 1967. 

Das Fest wurde musikalisch von folgenden Kapellen gestaltet: Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen, Spielmannszug VfL Bad Berleburg, Dänische Staatsbahnkapelle Helsingör, Stadtkapelle Concordia Hallenberg, Spielmannszug Deutsche Eiche Aue, Original Wittgensteiner Musikanten, Siegerländer Bergknappenkapelle Niederschelden, Musikverein Heinsberg, Musikkapelle Werthenbach, Musikverein Rhode, Tambourcorps Plettenberger Schützengesellschaft, Musikverein Olpe-Rehringhausen, Mädchen Fanfaren- und Tambourcorps Paderborn-Schloss Neuhaus. 

Zu Gast waren die Schützen aus Oberkirchen, Bünde, Bebelsheim-Wittersheim, Hallenberg, Hilchenbach, Laubach, Ohligs, Plettenberg, Laasphe, Fischelbach, Erndtebrück, Birkelbach, Birkefehl, Leimstruth, Zinse, Langewiese, Neuastenberg, Berghausen, Elsoff, Girkhausen, Hemschlar, Müsse, Schüllar-Wemlighausen, Schwarzenau, Wingeshausen und Wunderthausen.

Die Presse urteilte: "Feierlich, heiter, unbeschwert. Schöner ging's nun wirklich nicht. Solch einen Festzug hat Berleburg zuletzt bei der 700-Jahr-Feier im Jahre 1958 gesehen. Die Straßen der Stadt waren gesäumt von über 10 000 Bürgern, als sich die 2000 Personen umfassende Karawane durch die Kurstadt bewegte." 

Majestäten und ehemalige Majestäten 1988
Majestäten und ehemalige Majestäten 2013
Jubiläumskönigspaar 2013: Ralf Dickel und Annette Benfer (Das Foto stammt aus dem Königsjahr 2006)
Jubiläumsschützenfest 2013

Grandioses Fest-Wochenende in der Odebornstadt, was für eine Anziehungskraft: Zum 175-jährigen Bestehen hatte der Schützenverein Berleburg in großem Rahmen eingeladen. Die Besucher kamen in Scharen und belohnten damit die intensive und akribische Vorbereitung des Vereins in den vergangenen Monaten. So Urteilte die Presse nach dem Jubiläumsfest zum 175-jährigen Bestehen. 

In der ersten Jahreshälfte fand bereit die Vorstellung des Bildbandes "175 Jahre Schützenverein Berleburg", ein Festkommers sowie eine vierwöchige Dauerausstellung in der Sparkasse Wittgeinstein statt.

Im Jubiläumsjahr wurde das Schützenfest an vier Tagen gefeiert.

Donnerstag: Empfang der ehemaligen Könniginnen und Könige im Berleburger Schloß

Freitag: Verabschiedung des amtierenden Königpaares, Zapfenstreich und Mitternachtsfest

Samstag: Vogelschießen und Jubelvogelschießen auf dem Schützenplatz

Sonntag: Großer Festumzug durch die Stadt, Polonaise, gemeinsames Aufspiel der Musikformationen

Rund 2.500 Zuschauer verfolgten bei strahlendem Sonnenschein das Ringen und die Königs- und Jubelkönigswürde. Als Jubelkönigspaar regierten Ralf Dickel (Kellersmann) und Annette Benfer, welche bereits im Jahr 2006 das Königspaar bildeten.

Gastvereine waren im Jubiläumsjahr 2013: Schützengesellschaft Oberkirchen 1827 e. V., Schützengesellschaft Hallenberg 1827 e. V., Hilchenbacher Schützenverein 1837 e. V., Laaspher Schützenverein 1849 e. V., Haderslev Skydeselskap af 1857 aus Dänemark, Erndtebrücker Schützenverein 1867 e. V., Schützenverein Langewiese 1874 e. V., Schützenverein Neuastenberg 1875 e. V., Schützenverein Berghausen 1905 e. V., Schießverein Erndtebrück 1911 e. V., Schieß- und Schützenverein Wemlighausen 1921 e. V., Schützenverein 1922 Schwarzenau e. V., Schieß- und Schützenverein Elsoff 1924 e. V., Schieß- und Schützenverein Müsse 1925 e. V., Schützenverein Girkhausen 1928 e. V., Schieß- und Schützenverein Wunderhausen 1928 e. V., Schützenverein Birkelbach 1953 e. V., Schieß- und Schützenverein Leimstruth 1956 e. V., Schießverein Hemschlar 1958 e. V., Schießverein "Tell" 1964 Birkefehl e. V., Schieß- und Schützenverein 1968 Oberndorf / Wittgenstein, Schützenverein 1984 Bebelsheim-Wittersheim e. V.

Folgende Musikformationen rundeten das Jubiläumsschützenfest ab:

Donnerstag: Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen / Freitag: Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen, Musikzug Battenberg, Spielmannzug VfL Bad Berleburg, Deutsche Eiche Aue, Stadtkapelle Hallenberg, Spielmannszug Dotzlar, Musikverein Züschen / Samstag: Spielmannzug VfL Bad Berleburg, Stadtkapelle Schmallenberg, Partyband "Die Grumies" / Sonntag: Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen, Spielmannzug VfL Bad Berleburg, Blasorchester Reiskirchen, Deutsche Eiche Aue, Musikverein Scheuerfeld, Bergknappenkapelle Niederschelden, Musikverein Gerlingen, Blasorchester Nordenau - Oberkirchen, Partyband "Sound Convoy".

 Hier gelangen Sie zu den Bildern.