Die "Acta Generalia"

Das Original der Acta Generalia befindet sich in restaurierter Form im Vereinsbesitz. Es sind Protokolle zur Entstehung des Schützenvereins, das Berleburger Schützenfest betreffend, angelegt im Jahre 1838. 

Die Acta Generalia

Das Original Band II
Die Statuten im Original
Die Beglaubigung

§ I: Es werden jährlich als Vorstand des Schützenfestes ein Hauptmann, ein Fahnenträger, acht Offiziere durch Stimmenmehrheit in einer vom vorjährigen Hauptmann anzuberaumenden Generalversammlung der Mitglieder gewählt.

§ II: Die Obliegenheiten des Vorstandes im Allgemeinen bestehen darin, daß er die äußere und innere Einrichtung des Festes anordnet und für Aufrechterhaltung der Ordnung sorge.

§ III: Die Abzeichen der Vorstands-Mitglieder sind folgende:

I. Der Hauptmann trägt eine Binde mit den städtischen Farben
(blau und gelb) um den Leib und silberne Candillen auf den Schultern.

II. Der Fahnenträger und die übrigen Offiziere tragen eine gleiche Schärpe, welche über die rechte Schulter nach der linken Seite hingeht.

III. Sämtliche Offiziere tragen Degen mit Portepee welche die Stadtfarben zeigen.

IV. Außerdem muß der Fahnenträger bei den Aufzügen einen Federhut tragen.

V. Endlich gehört zur Auszeichnung der Offiziere eine Mütze mit einem aus den Stadtfarben gebildeten Bande.

§ IV: Das Fest dauert zwei Tage. Am Morgen des ersten Tages findet das Vogelschießen statt; am Nachmittag wird im Freien auf dem Schützenplatz getanzt ebenso am Nachmittage des zweiten Tages. Der Abend desselben wird durch einen Ball in dem städtischen Rathause verherrlicht.

§ V: In Betreff des Schießens, besonders damit jedes mögliche Unglück vermieden werden, ist folgendes angeordnet worden:

a. jedes zum Schützenplatz gebrachte Gewehr muß durch einen Büchsenschmied untersucht und von demselben für tauglich erklärt werden, widrigenfalls ein solches Gewehr auf dem Schützenhofe nicht geduldet werden.

b. die Reihenfolge im Schießen wird durch das Los bestimmt, jedoch c. wird der zeitige Herr Landrath zu Ehren Seiner Majestät, unseres allgeliebten Königs den ersten Schuß und der zeitige Schützenhauptmann zu Ehren Seiner Durchlaucht, des hochverehrten regierenden Fürsten dahier, den zweiten Schuß nach dem Vogel abschießen.

§ VI: Dasjenige Schützenmitglied, welches das letzte Stück des Vogels von der Stange hinunterschießt, wird Schützenkönig. Er erhält einen jährlich vom Schützenvorstande zu bestimmenden Preis, trägt für die Tage des Festes die Schützenmedaille und wird mit klingendem Spiel von sämtlichen Schützen zur Stadt geleitet.

§ VII: Jedes Tractieren seitens des Schützenkönigs ist strenge untersagt.

§ VIII: Zur Deckung der Kosten muß das Mitglied jährlich nach Maßgabe der Ausgaben 15 bis 20 Sgr Beitrag zahlen, welche der jedesmal zu erwählende Rendant verrechnet. Wer vor dem 20. Juli jedes Jahres seinen Beitrag nicht zahlt, wird ausscheidend aus der Zahl der Mitglieder betrachtet.

§ IX: Für diesen Beitrag hat jedes Mitglied das Recht mit seiner Familie allen Festlichkeiten beizuwohnen und während der Dauer des Festes beliebig Bier zu trinken.

§ X: Außer Bier darf im Bereiche des Schützenhofes kein weiteres Getränk verabreicht oder getrunken werden.

§ XI: Die Tanzordnung wird vom Vorstande bestimmt.

§ XII: Die Tage des Festes setzt der Vorstand im Monat August fest.

§ XIII: Generalversammlungen sämtlicher Mitglieder ordnet der Vorstand an und beruft dieselben durch den Schützendiener.

§ XIV: Jeder Festtag endet mit eintretender Dämmerung, und läßt der Hauptmann durch die Trommel das Zeichen zum Auseinandergehen geben.

§ XV: Jeder unbescholtene Bürger und Beilieger hiesiger Stadt ist berechtigt, als Mitglied dem Schützenverein beizutreten. Juden haben als Fremde Zutritt.

§ XVI: Das Entree jedes anständigen Fremden beträgt per Tag 15 Silbergroschen. So beschlossen in der Generalversammlung der Schützen-Mitglieder!

Berleburg, den 29. April 1838
Geprüft im Auftrag der Königlich Hochlöblichen Regierung zu Arnsberg

Berleburg, den 4. Juli 1838
Der Bürgermeister
Pauli