In eigener Sache

Für den Schützenverein Berleburg hat die Diskussion um die Beitragserhöhungen des Westfälischen Schützenbundes und Landessportbundes ein Ende: In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. April 2006 stimmten 210 von 211 anwesenden Schützen für den Antrag, die Mitgliedschaft im Westfälischen Schützenbund zu kündigen. Monatelang ist das Für und Wider abgewogen worden. Intern, öffentlich und vereinsübergreifend. Im November hatten Vereinsvertreter der zehn Bad Berleburger Schieß- und Schützenvereine über die Beschlüsse der Delegiertenversammlung des WSB diskutiert: Ein Antrag auf Satzungsänderung sieht vor, die Mitglieder der Vereine vollständig und mit Namen und Geburtsdatum zu melden. Darüber hinaus wurde eine Anhebung des Beitrags beschlossen. Mit diesen Einnahmen sollen die finanziellen Engpässe des Verbandes behoben werden. Mit der Folge: Eine vollständige Umsetzung würde die Vereine zwingen, die Beiträge für die Mitglieder erheblich zu erhöhen. Unberücksichtigt blieb dabei die Mitgliederstruktur der Vereine, die sich zusammensetzt aus Kindern und Frauen mit Jahresbeiträgen unter dem Niveau des Verbandsbeitrags, beitragsfrei gestellten Ehrenmitgliedern, auswärts wohnenden Vereinsmitgliedern, die ausschließlich wegen des Schützenfestes dem Verein beigetreten sind, sowie Schützen mit Mitgliedschaften in weiteren Schieß- und Schützenvereinen, die dann doppelte Verbandsabgaben zahlen müssten. Die Beitragserhöhung könnte wiederum Austritte nach sich ziehen. Ein hoher Preis, bei dem die Gegenleistung in Zweifel gezogen wurde. Denn was tut der Verband für die Vereine? Im sportlichen Bereich entsprechen die Leistungen des Verbandes den Mitgliedsbeiträgen der Mitglieder mit Sportpass. Eine Aussprache mit dem Präsidenten des Westfälischen Schützenbundes Klaus Stallmann brachte kein Ergebnis. Die Vertreter von sieben der zehn Schieß- und Schützenvereine im Stadtgebiet zogen die Konsequenz, über den Austritt ihrer Vereine in außerordentlichen Mitgliederversammlungen abstimmen zu lassen. Den Auftakt machte der Schützenverein Berleburg, der als erster die Mitgliedschaft im Westfälischen Schützenbund kündigen wird.

Austritt aus dem Westfälischen Schützenbund (WSB) 

Rechtsstreit WSB - Schützenverein Berleburg 1838 e.V.

Der im Juli 2007 eingeleitete Rechtstreit WSB - Schützenverein Berleburg 1838 e.V. wegen nicht ordnungsgemäßer Beitragszahlung endete am 27. Februar 2008 mit einem Vergleich und ist somit Geschichte. 

In der langen und erfolgreichen Vereinsgeschichte unseres Vereins musste die Justiz in fünf Verfahren Recht sprechen. In keinem Verfahren war der Schützenverein unterlegen. So auch diesmal. Trotz starker Zuversicht des WSB, ein für sich positives Urteil zu erreichen, endete der Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Bad Berleburg auf Vorschlag des Richters Kurt Grauel mit einem Vergleich. Die insgesamt eingeklagten Mitgliedsbeiträge werden nur zu 50% an den WSB überwiesen.

Die Berleburger haben diesem Vergleich zugestimmt, weil dessen Ergebnis unter dem Gesichtspunkt der gemeinschaftlich handelnden Schützenvereine Berleburg, Girkhausen, Müsse, Schüllar-Wemlighausen, Schwarzenau, Wingeshausen und Wunderthausen gesehen werden muss. Im Verfahren selbst wurden die unterschiedlichen Auffassungen der Mandatsträger des WSB und der Vorstände der genannten Vereine eher vertieft denn ausgeräumt.