Das Vogelschießen

Früh am zweiten Festtag ist Antreten beim Schützenhauptmann. Mit Musik geht es zu Fuß durch die Stadt hinauf zum Schützenplatz. Dem musikalischen Einmarsch folgen die Ehrenschüsse auf den Vogel durch den Vertreter des fürstlichen Hauses, den Bürgermeister und den Schützenhauptmann. Dann richten sich Kimme und Korn auf die Preise und den bunten Geck, der früher als Hofnarr von sich Reden machte. Der Höhepunkt am Samstag ist zweifellos das Vogelschießen. An einem fast 20 Meter hohen Mast wird ein Holzvogel mit zwei Meter Flügelspannweite aufgezogen, der mit Flinten geschossen wird. Der besondere Stolz des Vereins war: Hier durfte bis zum Schützenfest 2004 ohne Kugelfang geschossen werden, da hinter der Vogelstange ein kilometerweit unbesiedeltes Gelände liegt. Eine einmalige Attraktion in Südwestfalen. Aufgrund gutachterlicher Vorgaben hat die zuständige Behörde die Inbetriebnahme eines Kugelfangs ab Schützenfest 2005 angeordnet. Wer das letzte Spänchen Holz des Vogels von der Stange holt, ist neuer Schützenkönig. "Dem glücklichsten Schützen" lautet die Inschrift auf der ersten Medaille der Königskette aus der Gründerzeit. Der Regent wählt eine Schützenkönigin aus. Das Königspaar bildet mit maximal zehn Paaren den Hofstaat. Ein Jubelkönig wird nur zu Jubiläen im Verein oder in der Stadtgeschichte ausgeschossen. Nach der Krönung des Schützenkönigspaares begleiten die Schützen die neuen Majestäten heimwärts.

Musik und Freibier bestimmen den Abend auf dem Schützenplatz. Der Eintrittspreis fällt höher als gewöhnlich aus, da das Freibier eingerechnet wird. Es ist eine Tradition aus der Gründerzeit, um die erheblichen gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Arm und Reich durch den einheitlichen Betrag auszugleichen. Diese Regelung gilt für Samstagabend und den Sonntag. Dabei wird auch alkoholreduziertes und alkoholfreies Bier verzapft.

Die Waffen

Früher: Schießen mit Vorderlader war zeitaufwendig
Lademeister Christian Schnell
1935: der Schießstand war dicht umringt
1949: Einmalig in der Vereinsgeschichte war das Armbrustschießen
1950: Rettung in der Not brachte ein Jagdgewehr
Die heutigen Waffen sind Flinten Kaliber 16

Der Vogel

Der Blick des Schützen
Noch unversehrt
Iacta alea est

Die Dramatik

1963: Prinzen lieferten sich einen Zweikampf
1988: Die Entscheidung war gefallen
2014: Spannung pur ist immer garantiert

Das Publikum

Bis 1966: Die Besucher blickten auf die Vogelstange in der Mitte des Schützenplatzes
1981: Ein Bild von oben zeigt die große Zuschauerkulisse
2013: Die Anzahl der "Zaungäste" zeigt das ungebrochene Interesse

Die Gewinner

Der letzte Schützenkönig vor dem 2. Weltkrieg
1969: Strahlende Gesichter
2014: Jubel bei der 3. Kompanie