Das Freibier

 Für uns Berleburger ist es ein Pfeiler der Tradition - für alle Schützenfestgegner das Reizwort schlechthin: das "Freibier".

"Freibier" in des Wortes Bedeutung gibt es bei uns eigentlich nicht. Richtig wäre zu sagen: für einen der jeweiligen Zeit angepaßten Eintrittspreis kann zum Schützenfest Bier getrunken werden. Dieser Eintrittspreis deckt nicht allein die Kosten für Bier und das Verzapfen des Bieres ab. Er beinhaltet auch die Kosten für Organisation und Musik sowohl auf dem Schützenplatz als auch in der Stadt. 

Vereinsfremde machen nicht selten den Versuch, das Eintrittsgeld wieder "herauszutrinken". Wir Berleburger Schützen sehen das völlig anders: jedem zum gleichen Preis ein Fest zu gleichen Bedingungen zu ermöglichen. 

Der Grundgedanke für das "Freibier" kommt von den Schützengesellschaften im Kölsche - dem kur-kölnischen Sauerland. Das soziale Gefälle im 19. Jahrhundert war ausgeprägter als heute. Die Kluft zwischen den Armen und den Reichen war groß. Einmal im Jahr sollte für die Dauer des Schützenfestes damit Schluß sein. Also kam es zum gleichen Eintritt für alle Männer. Da es kein Bier zu kaufen gab, konnte der Reiche nicht protzen und der Arme war in seinem Selbstwertgefühl und Stolz nicht verletzt.

Die Änderung der Trinkgewohnheiten führte zwischenzeitlich dazu, dass die Freibierregelung auch auf die Frauen ausgeweitet wurde. Selbstverständlich ist unter "Bier" auch alkoholfreies wie alkoholreduziertes Bier zu verstehen. Das Fassungsvermögen selbst mitgebrachter Trinkgefäße darf nicht größer als ein Liter sein. Trinkgefäße können aber auch auf dem Schützenplatz erworben werden.