Die Kompanien

Die Kompaniebezirke: blau=Erste, gelb=Zweite, orange=Dritte

Der Schützenverein Berleburg 1838 e.V. war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein reiner Schützenfestverein. So wurde das Fest jährlich gebührend gefeiert, allerdings schwand die Zahl der Aktiven bei den Festzügen. Für das Mitmarschieren lockte in den 50er Jahren sogar ein Entgelt von zwei Mark, was jedoch zu keiner Trendwende führte. Der Verein bestand praktisch nur aus dem Vorstand. 

Da kam Schützenbruder Ernst Friedrich Schneck die rettende Idee, Kompanien zu gründen. Bei der Großflächigkeit Berleburgs sei es gut, erklärte Schneck als Vater des Gedankens, den Verein zu unterteilen. Grundstock der Kompanien sollten die Nachbarschaften sein. Mit intaktem Geist müsse es möglich sein, den Schützengedanken über das gesamte Jahr hinweg zu pflegen. Der Vorschlag begeisterte. Besonders die jüngeren Vereinsmitglieder, die so auf mehr Mitbestimmung hofften. 

Im Jahr 1960 wurden drei Kompaniebezirke eingeteilt und die ersten Vorstände der Kompanien gewählt. Da unterschiedlich große Bereiche entstanden, war die Einteilung umstritten. Mittlerweile spielt die räumliche Zuordnung keine wesentliche Rolle mehr. Neue Mitglieder treten in die Kompanie ein, in der ihre Bekannten und Freunde zu Hause sind.

1961: Der erste gemeinsame Auftritt
1963: Die Damen beim Jubiläumsschützenfest
1961: Beim Festzug in Berleburg

Nach der Gründungszeit entwickelte sich regelrecht ein Konkurrenzkampf zwischen den Kompanien - um die Mitglieder und die Königswürde. Zudem wurden eigenständige Veranstaltungen eingeführt. Die Kompanien unterstützen den Verein insbesondere bei der Vorbereitung und Durchführung des Schützenfestes durch das Ausschmücken der Stadt, bei Bau- und Organisationsmaßnahmen sowie bei auswärtigen Auftritten. Die Eigenständigkeit und das Betätigungsfeld jeder Kompanie ist in der Vereinssatzung und der jeweiligen Kompanieordnung festgelegt. Dabei haben es die Kompanievorstände verstanden, die Zielsetzungen immer wieder zu modernisieren und sie den Gegebenheiten und Erfordernissen der jeweiligen Zeit anzupassen. Alles getreu dem Motto: Kein Verein im Verein, sondern ein Miteinander von Verein und Kompanien.

Der "Vater des Gedankens", Ernst F. Schneck, mit den Kompanieführern bei der Feier des 40-jährigen Bestehens der Schützenkompanien
Die Kompanieführer und ihre Vorgänger beim 40. Kompaniegeburtstag